Goldene Zukunft: Russland und China verstärken Kooperation

Quelle: Contra-Magazin. Von Marco Maier

Erschienen: 23.4.2016

Czech/česky

Die beiden wichtigen Goldförderländer Russland und China wollen beim Handel mit dem begehrten Edelmetall enger zusammenarbeiten. London, bislang wohl wichtigster Handelsplatz, wird damit an den Rand gedrängt.

Russland und China, die im vergangenen Jahr jeweils 295 bzw. 490 Tonnen Gold aus der Erde holten, wollen ihre Zusammenarbeit in Sachen Goldhandel intensivieren. Dies betonte Sergej Schwetsow, der Vizepräsident der russischen Zentralbank, gegenüber der Nachrichtenagentur TASS. So sagte er: “Bei den BRICS-Ländern handelt es sich um große Volkswirtschaften mit großen Reserven an Gold und einem eindrucksvollen Umfang an Produktion und Konsum im Bereich der Edelmetalle. In China wird der Goldhandel in Shanghai ausgeführt, in Russland ist es Moskau. Unsere Idee ist es, eine Verbindung zwischen den beiden Städten aufzubauen, um den Handel zwischen den beiden Märkten zu intensivieren”.

Die beiden Länder, die zusammen rund ein Viertel der gesamten Goldproduktion aus den weltweit aktiven Minen fördern, sorgen damit zumindest in Sachen echtem Gold (im Gegensatz zum in London hauptsächlich gehandelten Papiergold) für Druck. Immerhin zählt am Ende nur das echte, materiell vorhandene Gold und nicht irgendwelche Versprechen auf Papier, zumal es gar nicht so viel physisches Gold gibt, wie die Zertifikate versprechen auszuhändigen.

Hinzu kommt der Umstand, dass sowohl Russland als auch China ihre Goldreserven in den letzten Jahren sukzessive ausweiteten. Während das Reich der Mitte versucht, die tatsächlich vorhandenen Goldreserven zu verschleiern und die offiziellen Angaben wohl nicht einmal ansatzweise dem reellen Goldbestand nahekommen, zeigt man sich in Moskau diesbezüglich offen. Seit dem Jahr 2008 hat sich der Goldbestand der russischen Zentralbank von rund 600 auf nunmehr 1.762 Tonnen faktisch verdreifacht.

Erst am 19. April hatte China damit begonnen, in Shanghai ein eigenes Yuan-Gold-Fixing zu etablieren. 18 Unternehmen/Banken werden zweimal täglich den Preis für das beliebte Edelmetall festlegen. Auch dies ist ein direkter Angriff auf das Finanzzentrum in der City of London, zumal der Goldpreis unter dubiosen Bedingungen bislang nur in der britischen Hauptstadt festgelegt wurde.

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